Geschichte – History

The Present is the living sum-total of the whole Past.” (Thomas Carlyle)

Im Geschichtsunterricht bewegen sich die Schülerinnen und Schüler durch die Zeit. Ihre Erfahrungswelt gewinnt sozusagen eine weitere Dimension hinzu. Bei diesen Reisen in die Vergangenheit lernen sie zum einen die Lebens- und Vorstellungswelten der Menschen vergangener Epochen kennen, zum anderen aber auch die Wurzeln ihrer eigenen kulturellen Identität(en). In einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft reichen diese immer stärker verzweigten Wurzeln oft weit über Baden-Württemberg und Deutschland hinaus. Auch sehen sich heute junge Menschen in einer zunehmend globalisierten Welt und einem zusammenwachsenden Europa immer mehr der Herausforderung gegenüber, fremde Kulturen zu verstehen und zwischen ihnen und der eigenen zu vermitteln. Da dies in internationalen Kontexten zumeist in englischer Sprache passiert, erscheint es sinnvoll, Schülerinnen und Schüler auf diesen interkulturellen Dialog vorzubereiten. Dies ist eine der Hauptaufgaben unseres bilingualen Geschichtsunterrichts – zusätzlich zu den klassischen Zielen des Geschichtsunterrichts (wie der Verortung von Kulturen in Zeit und Raum, der Bewusstwerdung der Zeitgebundenheit menschlichen Denkens und Handelns, der Vermittlung von Techniken der historischen Forschung, usw.).

Die Auseinandersetzung mit geschichtlichen Quellen (mit Texten, Bildern, historischen Film- und Tondokumenten, Denkmälern, Bauwerken u.v.a.) steht dabei im Mittepunkt. Diese Dokumente ‚sprechen‘ zu uns. Die Vergangenheit kommuniziert mit der Gegenwart – aber oft nur, wenn man Fragen an sie stellt. Historische Erkenntnis wird gewonnen, indem man Fragen an die Hinterlassenschaften vergangener Zeiten formuliert und den Quellen dann auch genau ‚zuhört‘, wenn sie zu einem sprechen. Im Geschichtsunterricht wird gewissermaßen über die Zeiten hinweg kommuniziert. Im bilingualen Geschichtsunterricht geschieht dies zweisprachig, auf Englisch und auf Deutsch (bei deutschen Quellen).

In einer Vielzahl von Kommunikationssituationen (z.B. in der Auseinandersetzung mit einer englischsprachigen Quelle, in der Präsentation von Erkenntnissen, in Diskussionen in der Lerngruppe, usw.) erwerben die Schüler im bilingualen Geschichtsunterricht die sprachliche Kompetenz, sich auf Englisch sicher und differenziert über politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Themen äußern zu können. Dies ist eine sehr nützliche Vorbereitung auf geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Studiengänge im Aus- und Inland.

History – as it happens

Geschichte wird im achtjährigen Gymnasium in den Jahrgangsstufen 8, 10 und (nach Wahl) in der Kursstufe bilingual unterrichtet. Dafür steht pro Woche jeweils eine Stunde zusätzlich zur Verfügung. Auf folgenden Themen liegt besonderes Gewicht:

Klasse Einheiten
8 Revolving around revolutions:
– The US-American Revolution
– The French Revolution and Napoleon
– The Industrial Revolution
– German history in the “long 19th century“ (1789-1914)
– The Age of Empire
– The First World War
– The Russian Revolution
10 The development of the European identity through the ages:
– Classical Antiquity (Ancient Greece and Rome) as the cradle of European identity
– The shaping of Europe in the Middle Ages
– Early Modern Europe
– The Age of Enlightenment
J1 + J2 – Political, social and economic modernization processes since the 18th century Germany between democracy and dictatorship (1848-1945)
– The Cold War and Germany divided (1945-1990)
– Post-reunification Germany and its role in European and international politics
– European integration
– Present-day international conflicts seen in historical perspective

 

Seit dem Schuljahr 2013-2014 kann die bilinguale Geschichte erstmals als fünfstündiges Kernfach, welches auf die schriftliche Abiturprüfung vorbereitet, belegt werden.

Weiterentwicklung des bilingualen Geschichtsunterrichts

Die Historikerinnen und Historiker am Königin-Olga-Stift Gymnasium haben mit der Einführung des bilingualen Unterrichts in den frühen 1990ern selbst etwas Geschichte geschrieben. Damals war unser Gymnasium Pilotschule. In dieser Tradition stehend und in dem Bewusstsein, dass Geschichte immer im Fluss und niemals abgeschlossen ist, sind wir bemüht, den bilingualen Geschichtsunterricht ständig weiterzuentwickeln. Geschichte hat bei uns sozusagen eine Zukunft, wie überhaupt Geschichte stets zukunftsorientiert ist:

I have but one lamp by which my feet are guided, and that is the lamp of experience. I know no way of judging of the future but by the past.” (Edward Gibbon)

[Dr. Kulok im Auftrag der Fachschaft Geschichte, Stand Dezember 2013]